Schulabschlüsse

Überblick über die staatlich anerkannten Schulabschlüsse an der Freien Waldorfschule Filstal Göppingen. (Stand: 3/2017)
Grundlage für alle Prüfungen ist die jeweils gültige Prüfungsordnung, die in der Schule eingesehen werden kann.

Der Hauptschulabschluss

Der Hauptschulabschluss kann ab Klasse 9 in jeder Klassenstufe zum Ende des Schuljahres abgelegt werden. Dabei handelt es sich um einen eigenen staatlich anerkannten Abschluss. In der Regel wird dieser Abschluss bei uns in Klasse 10 durchgeführt. Die Leistungen der unterrichteten Fächer werden in einem Notenzeugnis auf Hauptschulniveau angegeben. In den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik muss die erteilte Note durch eine schriftliche Klassenarbeit aus dem laufenden Unterricht belegt werden. Das Notenzeugnis wird durch das staatliche Schulamt mit dem Hauptschulabschluss an staatlichen Schulen gleichgestellt.
Der Hauptschulabschluss wird von der Schule nur in Ausnahmefällen und nach Absprache angeboten.
Ansprechpartner für Fragen sind die jeweiligen Klassenbetreuer und zurzeit Herr Dr. Wangler.

Realschulabschluss und Fachhochschulreife

Beide Prüfungen finden in Klasse 12 statt. Am Ende der 11. Klasse werden die Schüler, die bis zu diesem Zeitpunkt gemeinsam unterrichtet wurden, durch die Klassenkonferenz und in Absprache mit den Schülern und Eltern in die Realschul- und die Fachhochschulreife-Gruppe geteilt. Dabei wird der aktuelle Leistungsstand des Schülers, seine Arbeitshaltung, seine Zuverlässigkeit in Hinblick auf die Erledigung der Hausaufgaben und seine Anwesenheit im Unterricht bewertet. Es muss gewährleistet sein, dass der anstehende Stoff in der vorgegebenen Zeit bewältigt und die Prüfungen bestanden werden können. Die Klassenkonferenz informiert jedes Elternhaus noch vor Ablauf der 11. Klasse über ihre Entscheidung.

Der Realschulabschluss

Der Realschulabschluss ist eine landesweite zentrale Prüfung, die bundesweit anerkannt wird. Die Prüfungsaufgaben sind mit denen an staatlichen Realschulen identisch. Eine Ausnahme bildet das Fach Mathematik. In diesem Fach wird ein Teil der Aufgaben unserem Stoff der 12. Klasse angeglichen. Schriftlich geprüft wird in Deutsch, Englisch und Mathematik. In diesen Fächern sind mündliche Nachprüfungen auf Wunsch des Schülers möglich. Im Englischen erfolgt im ersten Schulhalbjahr zusätzlich eine mündliche Prüfung (= EuroKom), die die Hälfte der Englischnote ausmacht.
Ein weiterer Bestandteil des Realschulabschlusses ist die mündliche Fächerübergreifende Kompetenzprüfung. Sie besteht aus einer Präsentation zu einem bestimmten Thema und einem daran anknüpfenden Prüfungsgespräch. Die Fächerübergreifende Kompetenzprüfung wird als Gruppenprüfung durchgeführt, wobei jeder Schüler eine individuelle Note erhält. Bestanden hat die Realschulprüfung, wer in den schriftlichen Fächern und zugleich in allen nicht geprüften Fächern mindestens die Durchschnittsnote 4,0 erreicht und in keinem Fach ein „ungenügend“ erhalten hat.
Ansprechpartner für die mittlere Reifeprüfung ist zurzeit Herr Dr. Wangler.

Die Fachhochschulreife

Die Fachhochschulreife ist eine zentrale landesweite Prüfung, aber speziell für die Waldorfschulen. Nur Schüler, die Waldorfschüler ab Klasse 9 waren, können diese Prüfung ablegen. Sie gilt uneingeschränkt in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz. Studienmöglichkeiten in anderen Bundesländern sind eventuell nach Absprache mit der einzelnen Hochschule möglich.
Die Fachhochschulreifeprüfung gliedert sich in zwei Teile, in den schulischen und in den berufsbezogenen (praktischen) Teil.
Im schulischen Teil werden die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik schriftlich geprüft. Mündliches Prüfungsfach ist Biologie. Geschichte, Physik und Sport oder Musik stellen so genannte Hospitationsfächer dar, in denen die durch den unterrichtenden Fachlehrer erteilten Jahresnoten übernommen werden, sofern sich ein staatlicher Kollege durch eine Hospitation von der Qualität des Unterrichtes überzeugt hat. Bestanden hat den schulischen Teil, wer in allen Fächern und zugleich in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Biologie mindestens die Durchschnittsnote 4,0 erreicht und in keinem Fach ein “ungenügend” erhalten hat. Bei Nichtbestehen kann die Prüfung einmal wiederholt werden.
Im berufsbezogenen Teil findet die Prüfung in einem der folgenden Fächer statt: Plastisches Gestalten, Schreinern oder Bildende Kunst. Schon zu Beginn der 11. Klasse hat sich der Schüler für eines dieser Fächer entschieden, welches dann zwei Jahre als ausschließliches handwerklich-künstlerisches Fach besucht wird. Als Teil der Prüfung ist in der 12. Klasse im gewählten Fach eine Jahresarbeit anzufertigen, die am Ende benotet wird. Darüber hinaus finden eine praktische Prüfung und eine mündliche Einzelprüfung in Kunstgeschichte bzw. in Fachkunde statt. Die Endnote errechnet sich zu gleichen Teilen aus den Leistungen in allen drei Prüfungsteilen. Der berufsbezogene Teil ist bestanden, wenn diese Durchschnittsnote mindestens 4,0 beträgt und keine der Einzelnoten „ungenügend“ ist.
Der schulische und der berufsbezogene Teil können auch unabhängig voneinander bestanden werden. Der berufsbezogene Teil kann beispielsweise extern durch eine abgeschlossene Lehre im handwerklichen Bereich erworben werden. Speziell für die Waldorfschüler verlangt das Kultusministerium die Ableistung eines zusätzlichen Praktikums, welches mindestens 9 Monate dauert, bevor die Fachhochschulreife Gültigkeit erlangt. Ein erstes Lehrjahr erfüllt diese Bedingung ebenfalls. Welche Tätigkeiten für das Praktikum in Frage kommen beschreibt eine Handreichung des Regierungspräsidiums Stuttgart, die in der Schule eingesehen werden kann.
Ansprechpartner für die Fachhochschulreifeprüfungen sind zurzeit Herr Ehni und Frau Heinzmann.

Das Abitur

Das Abitur ist eine landesweite, zentrale Prüfung, die bei uns in Klasse 13 abgelegt wird.
Die Aufgaben sind mit denen an den Allgemeinbildenden Gymnasien identisch. Für die Schüler entspricht der Eintritt in die Abiturklasse einer Neuaufnahme, die einen neuen (Zusatz-)Vertrag mit der Schule erfordert.
In die Abiturgruppe aufgenommen kann nur werden, wer die Fachhochschulreifegruppe in Klasse 12 besucht hat. Voraussetzung hierfür ist außerdem ein Notendurchschnitt von in der Regel mindestens 2,5 in der Fachhochschulreifeprüfung sowohl in den schriftlichen als auch in allen anderen Fächern. Auch die Leistungen in Französisch müssen diesem Niveau entsprechen. Zudem sollte die Leistungsfähigkeit und die Einsatzbereitschaft des Schülers ein Bestehen des Abiturs gewährleisten.
Schriftlich geprüft werden im Abitur zurzeit die Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik und Bildende Kunst oder Biologie. Mündlich geprüft werden zurzeit Französisch, Geschichte, Biologie, Sport, Musik und/oder Bildende Kunst (ein weiteres Fach kann in Ausnahmefällen zusätzlich angeboten werden). Französisch und Geschichte werden tatsächlich geprüft. Zwei der anderen Fächer werden hospitiert.
Bestanden hat die Prüfung, wer in keinem Fach 0 Punkte und in zwei der schriftlich geprüften Fächer sowie in einem tatsächlich mündlich geprüften und in einem Hospitationsfach mindestens 5 Punkte von insgesamt 15 Punkten einfacher Wertung erreicht hat.
Ansprechpartner für die Abiturprüfung ist zurzeit Herr Leibfarth.

 

Verabschiedet in der Oberstufenkonferenz der Freien Waldorfschule Filstal 2010.
Überarbeitet: März 2017.